Homöopathie - Geschichte


  

Vorläufer der Homöopathie

Schon im Altertum wurden medizinische Behandlungen teilweise auf der Basis des Ähnlichkeitsprinzips durchgeführt.

Der griechische Arzt Hippokrates verabreichte beispielsweise Veratrum album (weisser Germer) gegen Cholera. In hoher Dosis verursacht der giftige Veratrum album selbst Durchfall, in niedriger Verdünnung konnte Cholera gelindert werden.

In der Bibel wird von einer Schlange aus Metall berichtet, die Moses auf Anweisung von Gott hergestellt wurde. Diese Metallschlange sollte man anschauen, wenn man von einer echten Schlange gebissen wurde.

Auch die Magie der Vorzeit und des Mittelalters basierte vielfach auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Bei Analogiezaubern wurde beispielsweise eine Hasenpfote im Ritual verwendet, um eine hohe Geschwindigkeit beim Laufen zu erreichen oder ein Bärenzahn, um Stärke zu bewirken.

Die Signaturen-Lehre der antiken und mittelalterlichen Heilkunde beobachtet hervorstechende Kennzeichen von Pflanzen, um ihrem Einsatzzweck auf die Spur zu kommen. So deutet der rote Saft des Johanniskrautes auf seine Verwendung gegen blutende Wunden hin.

Zur Zeit Hahnemanns hatte sich die Medizin in eine sehr drastische Richtung entwickelt.

Krankheiten wurden durch Aderlass, starke Abführmittel und hochgiftige Substanzen behandelt. Dadurch wurden die Patienten meistens noch mehr geschwächt als sie sowieso schon waren.

Entdeckung der Homöopathie durch Samuel Hahnemann

Die Entdeckung der Homöopathie durch Hahnemann wird ausführlich in seiner Biographie beschrieben: Auf der Basis von Selbstversuchen entwickelte Samuel Hahnemann das Ähnlichkeitsprinzip Similia similibus curentur und die verbesserte Wirkung der Substanzen durch potenziertes Verdünnen.

Ausserdem setzte sich Samuel Hahnemann für verbesserte Hygiene, eine gesundere Ernährung und Bewegung an frischer Luft ein. Diese Faktoren haben ihren Teil zu Samuel Hahnemanns Erfolgen beigetragen.

Weiterentwicklung durch wichtige Schüler

Die Homöopathie verbreitete sich schon zu Hahnemanns Lebzeiten sehr rasch. In kurzer Zeit eroberte sie Deutschland, Europa, Amerika und sogar Asien.

Sie wurde von zahlreichen engagierten Schülern weiterentwickelt.

Frederick Foster Hervey Quinn

Der englische Arzt Dr. Quinn wurde durch das Mittel Camphora von der Cholera geheilt und war fortan ein begeisterter Anhänger der Homöopathie.

1832 eröffnete Dr. Quinn eine homöopathische Praxis in London.

1849 folgte das erste homöopathische Krankenhaus, das sich 1854 bei einer weiteren Cholera-Epidemie sehr bewährte.

Constantine Hering

Constantine Hering (1800-1880) war der erste von mehreren wichtigen amerikanischen Homöopathen.

Hering begründete das "Heringsche Gesetz", nachdem eine Heilung vom Kopf bis zum Fuss verläuft, von innen nach aussen und von den wichtigen Organen zu den unwichtigen Organen.

Ausserdem verschwinden zuerst die Symptome, die zuletzt aufgetreten sind, die früher aufgetreteten Symptome brauchen länger bis zur Heilung.

Dr. James Tyler Kent

Dr. Kent (1849-1916) entwickelte die Lehre der Konstitutionstypen.

Diese Lehre besagt, dass Menschen in unterschiedliche Typen einzuordnen sind.

Je nach Typ neigt man zu unterschiedlichen Krankheiten besonders stark.

Die Behandlung erfolgt demzufolge nach dem grundsätzlichen Konstitutionstyp und weniger anhand der akuten Symptome.

Ausserdem favorisierte Dr. Kent für die Konstitutionsbehandlung die hohen Potenzen ab C200.

Sein umfangreiches Repertorium, in dem zahllose Symptome und die dazu passenden Mittel aufgeführt werden, gehört heute noch zur Standardliteratur eines Homöopathen.

Richard Hughes

Der englische Homöopath Richard Hughes (1836 -1902) griff Kents Hochpotenzen und die Konstitutionsbehandlung scharf an und forderte die Behandlung akuter Symptome und den Einsatz von Niedrigpotenzen.

Spaltung der Homöopathie

Durch diese Auseinandersetzungen spaltete sich die Homöopathie in zwei Lager, was sie infolgedessen stark schwächte.

Ab 1920 versank die Homöopathie vorübergehend in der Bedeutungslosigkeit.

Homöopathie heute

In den letzten Jahrzehnten erlebte die Homöopathie einen starken Aufschwung.

Wegen ihrer nebenwirkungs-freien bzw. -armen Mittel wird sie von vielen Patienten sehr geschätzt und auch von immer mehr Ärzten verschrieben.


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